Zerbrechlich aber nicht blind – die Blindschleiche (Anguis fragilis)

Mit etwas Glück treffen unsere NaSa-Forscher bei ihren Exkursionen rund um die Frechener Quarzsandgrube auf eine Blindschleiche, die versteckt am Wegrand in der Sonne liegt. Meistens „schleichen“ sich die bräunlichen Tiere ziemlich schnell ins hohe Gras und sind dann kaum noch zu entdecken.

Ihren seltsamen Namen haben die Blindschleichen durch ihren besonderen Glanz erhalten: „Blind“ kommt von dem althochdeutschen Wort „plintslicho“, was so viel wie blenden/glänzen heißt. Mit ihrer Sehkraft hat die Bezeichnung also nichts zu tun!

Ein weiterer Irrtum befindet sich in der wissenschaftlichen Bezeichnung Anguis fragilis:  Anguis bedeutet „Schlange“, was die Blindschleiche aber nicht ist! Sie ist eine beinlose Eidechsenvertreterin. Betrachtet man das Skelett, erkennt man noch die vier Stellen der ursprünglich angelegten Beine.

Von den Schlangen unterscheidet sie sich (trotz ihres schlangenhaften Aussehens) noch in weiteren Punkten:

  • Sie legt keine Eier, sondern bekommt bis zu 12 lebende kleine Jungen, die so groß sind, wie Regenwürmer.
  • Sie hat auch keinen starren Schlangenblick, sondern kann mit den Augen kniepen!
  • Und sie kann noch etwas, was nur Eidechsen können: Sie kann bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen, der sich noch eine Weile weiter bewegt und den Fressfeind verwirrt, während die Blindschleiche das Weite sucht. An der Abbruchstelle wächst ein kleiner Stummel wieder nach. Daher kommt auch der Zusatz im lateinischen Namen „fragilis“ = zerbrechlich! Da wäre eine Schlange vermutlich ganz schön neidisch!

Fressfeinde hat so eine Schleiche übrigens viele: Vögel, Igel, Dachs, Fuchs und Marder haben sie zum Fressen gern. In Siedlungsgebieten stellen ihnen Hunde, Katzen und selbst Hühner nach.

Wir können etwas für die Tiere tun: In unseren Gärten kann man mal ruhig eine unaufgeräumte Ecke für Blindschleichen und Co bereithalten, in der Totholz und Gartenabfälle gestapelt werden – für Blindschleichen ein Paradies!

Quarzwerke Gruppe

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