Von Pelikanen, Puderfedern und dicken Fischen: Der Graureiher (Ardea cinerea)

Reglos wie eine Statue steht er am Straßenrand, am Flussufer oder auch am Gartenteich und lauert auf Beute. Und manchmal steht er auch im Sand.

Der Graureiher (auch Fischreiher) gehört zur Ordnung der Pelecaniformes und mag, wie seine exotischen Verwandten, die Pelikane, Schuhschnabel, Ibisse und Löffler am liebsten Fische. Er gibt sich aber auch mit Mäusen, Insekten, Fröschen und Schlangen zufrieden. Da seine Bestände in den letzten Jahren bei uns nach Abschaffung der Jagd deutlich zugenommen haben, zieht es den großen Vogel immer öfter in die Städte und Hausgärten.

Hier bedient er sich an den reich gefüllten Fischbecken und fischt sich die leuchtenden Goldfische und wertvollen Kois ohne großen Aufwand aus dem Wasser. Ich selber habe schon einmal einen Graureiher gesehen, der mit einem etwa 30 cm langen orangefarbenem Koi aus dem Nachbargarten mühsam auf einem Dachfirst gelandet war und fast 3 Minuten damit kämpfte, die Beute kopfüber hinunterzuschlingen – ein beeindruckender Anblick!

Fettiges Puder schützt vor Nässe

Da Reiher sehr oft mit Wasser in Berührung kommen, muss ihr Gefieder nahezu wasserdicht sein. Aus diesem Grund besitzen Reihervögel an ihrer Brust besondere Federn, die Puderfedern genannt werden. Diese werden durch Reiben mit dem Kopf zerbröselt und das entstehende fettige Puder im restlichen Gefieder mit dem Schnabel verteilt. Die Puderfedern wachsen ständig nach und fallen auch nicht während der Mauser aus.

Graureiherkolonien sind nichts für Ruhesuchende

In den Rekultivierungsgebieten der Quarzwerke Frechen brüten seit Jahren zunehmend mehr Graureiher in mehreren Kolonien um den größten Weiher herum. In den vergangenen Jahren sind es immer um die 20 Brutpaare, die ihre Nester vor allem auf einer kleinen Insel in einem der Biotop-Seen bauen. Pro Nest werden dann 4-5 Junge großgezogen. Reiherkolonien sind eine sehr lebhafte und laute Angelegenheit, da es immer wieder Streit unter Nachbarn um das Nistmaterial gibt. Wenn sich aber eine Schar von Krähen nähert, die es auf die Eier abgesehen hat, dann sind sich alle Graureiher in ihrer Abwehr einig und halten gegen die Eierdiebe zusammen.

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