Stichtag: Otto Lindemann zum 130. Geburtstag

Heute ist ein ganz besonderer Throwback Thursday, denn heute geht es um Otto Lindemann, der heute 130 Jahre alt geworden wäre.  Der Sohn unseres Gründers August Lindemann hat unser Unternehmen stark geprägt. Als Familienunternehmer war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich auch für seine Heimatstadt und ihre Bürger einzusetzen.

Am 16. April 1891 wurde Otto Lindemann im Rheinland geboren. Schon während seiner Lehr- und Studienzeit, die er in Köln verbrachte, war Otto Lindemann im Werk des Vaters, der Cöln-Frechener Cristallsandwerke, tätig. Kurze Zeit später musste er sein Studium des Bauingenieurswesens und der Hüttenkunde für acht Monate unterbrechen, da er zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg einberufen wurde.

Seine Verbesserung brachte Quarzsand nie gekannter Reinheit

Bereits 1915 wurde er technischer Geschäftsführer im väterlichen Unternehmen und entwickelte für das Sandwerk an der alten Dürener Straße ein neues Sandwäscheverfahren. Dies bestand aus einer modernen Nassaufbereitung mit drei hintereinandergeschalteten Stufen und Siebtrommeln. Nach mehrfachem Sieben und Waschen erhielt man so einen Quarzsand nie gekannter Reinheit. In dieser Qualität genügte er den höchsten Ansprüchen der Glasindustrie.

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war natürlich nicht einfach, doch unter der Führung von Otto Lindemann fusionierten die Cristallsandwerke mit der weiteren Frechener Quarzsand-Unternehmung der Familie Grosspeter. Es entstand die Grosspeter Lindemann & Co. KG. Beide Betriebe bündelten ihre Kräfte und sicherten so die Zukunft des Standortes.

Jeder Produktionsmitarbeiter bekam und bekommt jeden Tag Milch

Anfang der 1920er Jahre gründete Otto Lindemann die Quarzmahlwerk Frechen GmbH, die unmittelbare Vorgängerin der heutigen Quarzwerke GmbH. Ihm war nicht nur die Mahltechnik wichtig, die er weiterentwickelte, sondern auch die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter, die in diesem Werk arbeiteten. Bereits 1930 erkannte er die Gefahren der Staublunge (Silikose), die durch feinste Stäube (die durch das Mahlen des Sandes entstehen können) verursacht werden kann. In enger Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht setzte er sich aktiv für den Schutz der Mitarbeiter ein. Aus eben diesen „Anfangsjahren der Silikosebekämpfung“ stammt die Tradition, dass jeder Mitarbeiter jeden Tag eine Ration Milch erhält. Bis in die 50er Jahre hinein galt Milch nämlich als gute Prophylaxe. Darüber hinaus waren und sind die Quarzwerke bis heute auf dem neuesten Stand der Technik der Vermeidung von Quarzfeinstaub.

Der Zweite Weltkrieg traf Otto Lindemann und die Quarzwerke schwer, ab 1943 wurde das Verwaltungsbüro der Quarzwerke zweimal vollkommen zerstört, am 30. Dezember 1944 auch das Wohnhaus der Familie Lindemann. Doch am schwersten wogen die persönlichen Verluste, die der Krieg Otto Lindemann abverlangte: zwei seiner drei Söhne, Ernst August und Klaus, kehrten nicht mehr von der Front zurück.

Otto Lindemann designte das Quarzwerke Logo

Die Wiederaufbaujahre waren entbehrungsreich, an allen Standorten waren Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten zu leisten. Doch schon Mitte 1945 konnte die Produktion – wenn auch zunächst nur in bescheidenem Umfang – wieder aufgenommen werden. Seit 1944 waren die Quarzwerke unter dem heute bekannten Signet in Form einer Schaufel tätig. Dieses Logo wurde von Otto Lindemann persönlich entworfen.

Mit nur 71 Jahren verstarb Otto Lindemann am 9. Januar 1962 plötzlich und unerwartet. Er war bis zuletzt im Unternehmen als Seniorchef tätig und hatte für jedes Anliegen seiner Mitarbeiter stets ein offenes Ohr. „Wo es galt Gesundheit zu erhalten und zu fördern, ging er weit über die gesetzlichen Auflagen und Bestimmungen hinaus. Er war ein gerechter, dabei aber gütiger und für sich selbst bescheidener Mensch, ein Mann von hohem sozialem Verantwortungsgefühl. Seine Sorge galt nicht nur dem Unternehmen, sondern in ganz besonderem Maße den in diesem wirkenden Menschen, die er alle zu seinen Mitarbeitern zählte,“ so erinnern sich die Mitarbeiter und Kollegen in seinem Nachruf. Die Gründung der Alters- und Hinterbliebenenfürsorge sowie der Bau einer Werkssiedlung sind nur zwei Beispiele für sein soziales Engagement.

Der Sportpark „An den Sieben Bäumen“ (heute Kurt-Bornhoff-Sportpark), dessen Entstehung dem langjährigen Stadtdirektor Hans Schaeven und Otto Lindemann zu verdanken ist, ist ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie regional verwurzelt Otto Lindemann und die Quarzwerke in Frechen sind. Lindemann stiftete das Gelände für den Sportpark sowie den benötigten Kies, der zum terrassenförmigen Profil der Anlage aufgeschüttet wurde.

2015 wurde ihm zu Ehren die neue Umgehungsstraße K25, die auch zu den Quarzwerken führt, nach ihm benannt. 

Quarzwerke Gruppe

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