Nilgans

Geliebt und gehasst: die Nilgans

Es gibt einige Tiere, die wirklich polarisieren. Entweder man mag sie oder man mag sie so gar nicht. Die Nilgans gehört sicherlich dazu. Ich bemühe mich, diesen Text ausgewogen zu schreiben aber kann ihnen direkt sagen: Auf der Liste meiner Lieblingstiere steht die Nilgans nicht.

Nilgänse sind etwas kleiner als Graugänse und haben einen sehr auffälligen braunen Ring um die Augen. Systematisch werden sie zu den Halbgänsen gezählt. Geschätzt leben aktuell bei uns in Deutschland knapp 30 000 Nilgänse. Der Bestand hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Vermutlich profitieren die Vögel von den wärmeren Wintern hier bei uns in Mitteleuropa. Im Januar wurden die ersten Nilgans-Küken in der Kölner Region gesehen und die letzten im Spätsommer. Sprich, die Vögel sind recht produktiv.

Nilgänse sind in Deutschland Neozoen, also tierische Neubürger. Wie der Name schon sagt, sind sie ursprünglich am Nil beheimatet, leben aber auch an Seen und Flüssen in ganz Afrika. Nach Deutschland kamen sie aber nicht direkt von dort, sondern aus Volieren in Großbritannien und den Niederlanden, wo sie schon seit dem 17. Jahrhundert als Ziergeflügel gehalten wurden.

Die ersten deutschen Bruten wurden 1986 am Niederrhein entdeckt.

Die Naturschutzverbände sehen bisher keine Bedrohung durch den zugegeben eigentlich schönen Vogel.

Nilgans vs. Wanderfalke

Warum ich sie dennoch nicht mag? Jedes Jahr versuchen sie in Frechen unsere Wanderfalken aus ihrem extra für Wanderfalken gebauten Nistkasten zu schmeißen. Bisher haben bei den intensiven Kämpfen immer die Frechener Wanderfalken gewonnen aber es gibt genügend Beispiele, bei denen die Gans Wanderfalken oder Storche aus dem Nest vertrieben hat. Und ehrlich, da hört für mich der Spaß auf!

Nilgänse können nämlich fast überall brüten: in Wassernähe in Hohlräumen im Boden, auf Bäumen oder in Gebäuden. Und das bis zu dreimal im Jahr! Wanderfalken können viel weniger Plätze nutzen. Aber das ist ein anderes Thema, dass hier spätestens, wenn die ersten Wanderfalkeneier gelegt sind, hier thematisiert werden wird.

Ab jetzt können sie die ersten Nilgans-Küken beobachten – und das ist natürlich schön. Aber bitte nur beobachten, nicht füttern. In Parks sollte man weder die Nilgänse noch andere Gänse oder Enten mit Brot füttern. Hier ist ganz schön erklärt, warum nicht.

Die Nilgas im Frechener Wanderfalken-Nistkasten. Da hat sie natürlich nichts zu suchen!
Quarzwerke Gruppe

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