Der „King“ ist in der Stadt – oder als Elvis Presley Hirschau besuchte

Heute betrachten wir in unserem Throwback Thursday ein Stück ganz besonderer Oberpfälzer Lokalgeschichte. Im Jahr 1960 war Elvis Presley einen Tag in Hirschau und hat die Stadt ganz schön auf den Kopf gestellt. Was für ein Ereignis! Unsere Kollegen aus Hirschau erinnern sich.

Bei einem Plausch in der virtuellen “Teeküche” der Quarzwerke Gruppe, kam das Gespräch auf den King. Roland Fritsch, langjähriger Mitarbeiter der Amberger Kaolinwerke, erzählte, dass Elvis vor 60 Jahren einen Tag in Hirschau war: Am 05. Februar 1960 stand Elvis Presley auf dem Marktplatz in Hirschau, umringt von einer Menschenmenge, die Fotos und Autogramme einforderte. Aber warum war er da? Was steckte hinter dem Besuch?

Elvis Aaron Presley, geboren am 8. Januar 1935, begann seine musikalische Karriere 1954 als einer der ersten Musiker der Rockabilly-Bewegung. Seinen großen Durchbruch hatte er 1956 mit Songs, wie „Heartbreak Hotel“, der seine erste Goldene Schallplatte wurde. Schon ein Jahr später erlangte er mit den Hits „All Shook Up“, „Teddy Bear“ und „Jailhouse Rock“ internationale Berühmtheit.

Fast zeitgleich erhielt Elvis seinen Einberufungsbescheid zum Militärdienst. Vom 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960 diente er in einem Panzerbattalion in Deutschland. Als er nach der Überfahrt in Bremerhaven ankam, war er bereits ein gefeierter Star und hunderte Fans begrüßten ihn; die Presse überschlug sich. „Elvis wird Deutscher“ titelte die Bravo. Stationiert war er zwar in Friedberg bei Bad Nauheim, aber eines seiner Manöver führte seine Einheit auf dem Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Grafenwöhr durch.

Bei einer Fahrt dorthin, stoppte er am Marktplatz in Hirschau, um auf seine Kolonne zu warten. Dort stand er nun neben seinem Jeep – 25 Jahre jung und weltberühmt. Sofort versammelten sich seine begeisterten Fans um ihn, die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: „Elvis ist in der Stadt“.

Auch der Lokalreporter Sepp Müller, der die ereignisreichen Momente für die Amberger Zeitung und die Nachwelt dokumentierte, wurde zum Marktplatz gerufen. Er interviewte den Weltstar (obwohl er kein Wort Englisch verstand und nur seine Gesten und Blicke deutete) und machte einige Fotos, als man später aufgrund des doch sehr kalten Wintertages in das Gasthaus „Goldenes Lamm“, wechselte. Elvis Presley nahm den Trubel um seine Person gelassen, trank Cola und schrieb fleißig Autogramme auf Bierdeckeln.

Und dann war er – so plötzlich wie er aufgetaucht war – auch schon wieder fort. Seine Kolonne war da und das Manöver ging weiter.

Auch wenige Kilometer weiter, im benachbarten Amberg, wurde Elvis gesehen, als er auf einer Kreuzung für seinen Konvoi den Verkehr regelte.

Eindruck hinterlassen hat er aber dennoch. Der Tag, an dem Elvis Presley in Hirschau war, bleibt für seine ortsansässigen Fans unvergessen. Noch heute sind die Bierdeckel-Autogrammkarten gefragte Sammlerstücke. Die Ereignisse in Amberg und Hirschau haben sogar eine Erwähnung in seinem Wikipedia-Eintrag gefunden. Wenn auch nur im übertragenen Sinne, stellen wir eindeutig fest: Elvis lebt!

Roland Fritsch vor dem „Goldenen Lamm“ in Hirschau (C) Fritsch privat
Einige der berühmten Bierdeckel können in der Sammlung des Elvis-Experten Wolfgang Houschka im Kultur- und Militärmuseum in Grafenwöhr bestaunt werden (C) Fotos: Sebastian Böhm, Archivbilder: Sepp Müller Anderl, Quelle: onetz.de https://www.onetz.de/oberpfalz/grafenwoehr/elvis-amberg-verkehr-regelte-id3247907.html

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