Die Vereinigung von Ost und West im Quarzwerk Weferlingern

Unser Quarzsand- und Mahlwerk Weferlingen ist in zwei Bundesländern beheimatet. Das Besondere daran: Vor der Wende waren es zwei Werke – eines im westlichen Niedersachsen, der andere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt. Nach der Wiedervereinigung Ost- und Westdeutschlands setzte sich die Quarzwerke GmbH für eine Zusammenführung der beiden Gruben ein. Im Jahre 1992 schließlich konnte die Werksvereinigung umgesetzt werden – der Weg dorthin jedoch, war lang und ereignisreich.

In der Lagerstätte in Weferlingen werden bereits seit 1925 – damals noch durch die „Dörentruper Sand- und Thonwerke GmbH“ – wertvolle Quarzsande abgebaut und veredelt. Nach dem zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands wurde das Unternehmen jedoch zunächst der sowjetischen Militärkomandatur unterstellt und anschließend mit Gründung der Deutschen Demokratischen Republik enteignet und in einen „volkseigenen Betrieb“ der DDR umgewandelt. Dieses Schicksal ereilte im Rahmen der sogenannten Sozialisierungswelle fast alle der 11.000 Industrie- und Baubetriebe in Ostdeutschland.

Auf der westlichen Seite der Lagerstätte dagegen wurde die Grube in Grasleben weiter von der Firma Dörentrup ausgebaut. So entstand auf derselben Lagerstätte, getrennt durch eine Staatsgrenze auf westdeutscher Seite, ebenfalls ein komplettes Sand- und Tonmahlwerk.

Bevor es zur Werksvereinigung der Quarzsandgruben in Ost und West kam, ereignete sich am Standort in Weferlingen ein weiteres spektakuläres Ereignis: Am 29. April 1982 rollten drei junge Männer mit einer Planierraupe durch die Aller und walzten den Grenzzaun nieder, um in den Westen zu gelangen. Nur wenige Meter entfernt befand sich ein Postenturm, der glücklicherweise zum Zeitpunkt der Flucht unbesetzt war. Schließlich waren es nur noch 10 Meter bis zum Westen, als die letzten Selbstschussaustomaten losgingen. 120 Splitter trafen das Fahrzeug. Zum Glück verhinderte das Eisenschild der Raupe größere Schäden, sodass die Planierraupe ihren turbulenten Weg fortsetzen konnte. Auf dem Gelände einer Graslebener Gummiwarenfabrik kam das außergewöhnliche Fortbewegungsmittel schließlich zum Stehen. Für die drei Männer war damit die waghalsige Flucht in den Westen geglückt.

Nun aber zurück zur Geschichte unseres Werks in Weferlingen: Nach der Wende wurde der Betrieb auf der ostdeutschen Seite der Lagerstätte wieder selbstständig und es entstand die Sand- und Tonwerke Walbeck GmbH. Am 24. Januar 1991 übernahmen schließlich die Quarzwerke das Unternehmen. Nur ein Jahr später wurde auch das Sand- und Tonmahlwerk auf der westlichen Seite von den Quarzwerken übernommen. Zuerst wurden die beiden Gruben fördertechnisch durch die Bandanlage und Spülleitungen verbunden. Zum 1. Januar 2000 erfolgte dann die endgültige Verschmelzung. So wurden die beiden Sandmahlwerke im Osten und Westen schließlich von den Quarzwerken vereint.

Die Lägerstätte in Wefferlingen im Jahr 1990, kurz vor der Vereinigung von Ost und West.

Die Lägerstätte in Wefferlingen im Jahr 1990.

Das Werk und die Lagerstätte sind in zwei Bundesländern zu Hause: Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Das Werk und die Lagerstätte sind in zwei Bundesländern zu Hause: Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Das Werk und die Lagerstätte in Weferlingen im Jahr 1991.

Das Werk und die Lagerstätte in Weferlingen im Jahr 1991.

„Unser Blatt“ berichtet über die Übernahme des Werks in Weferlingen durch die Quarzwerke.

Der Bericht über die Investitionen in die Werke Weferlingen und Grasleben erschien im Jahr 1994.

Der Bericht über die Investitionen in die Werke Weferlingen und Grasleben.

Die Lagerstätte im Jahr 2003.

Die Lagerstätte im Jahr 2003.

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