Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) oder: Kann ein Tier wirklich hinterlistig sein?

Ein Rabe hatte ein Stück Käse gestohlen, flog damit auf einen Baum und wollte dort seine Beute in Ruhe verzehren. Da es aber der Raben Art ist, beim Essen nicht schweigen zu können, hörte ein vorbeikommender Fuchs den Raben über dem Käse krächzen.

Er lief eilig hinzu und begann den Raben zu loben: »O Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!«

Was hat der Fuchs bloß vor?

Schon immer gilt der Überlebenskünstler in Märchen und Fabeln als schlau, gerissen, listig, hinterhältig und gemein. Aber ist das so?

Fest steht, dass in unserer Nähe viele Füchse leben, die sehr anpassungsfähig sind und ein heimliches Leben führen. Auch in den Quarzwerken Frechen werden sie oder ihre Spuren oft gesichtet. Sie streifen durch unsere Wälder, gehen in der Dämmerung auf die Jagd nach Mäusen, Vögeln und Kaninchen, räumen aber auch schon mal eine Mülltonne in einem Wohngebiet aus. Sie folgen den Menschen bis in die Städte, weil sie erkannt haben, dass Futter und Versteckmöglichkeiten für die Jungen auch hier zu finden sind.

Der Fuchs ist, neben dem Wolf, der einzige in unseren Breiten vorkommende Verwandte des Hundes und somit auch ein Raubtier. Er legt für seine Familie sogenannte Fuchsbaue an. Das sind Gänge und Hohlräume, die er manchmal sogar von Kaninchen übernimmt und mit Ihnen friedlich zusammenwohnt. Auch der Dachs kann schon mal Untermieter im verzweigten Gangsystem sein. Dieses „WG-Form“ wird „Burgfrieden“ genannt.

Eine Füchsin, genannt Fähe, wirft im März/April etwa 3-5 Junge, die blind auf die Welt kommen und zunächst im Bau bleiben. Im Frühsommer verlassen sie dann immer öfter ihr Versteck und können mit viel Glück spielend und tobend in der Nähe beobachtet werden. Können solche süßen Welpen zu hinterlistigen und gemeinen Füchsen werden?

Nein! Denn auch der Fuchs gehört in ein ausgewogenes Netzwerk der Natur und übernimmt als Beutegreifer eine entscheidende Rolle als Regulator, indem er unter anderem alte und kranke Tiere und Aas frisst.

Dabei ist er aber auch ziemlich schlau:

Dem Raben taten diese Schmeicheleien so wohl, dass er seinen Schnabel weit aufsperrte, um dem Fuchs etwas vorzusingen. Dabei entfiel ihm der Käse. Den nahm der Fuchs behänd, fraß ihn und lachte über den törichten Raben.

Fabel „Der Fuchs und der Rabe“ von Aesop (antiker griechischer Dichter 6. Jahrh. vor Christus)

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