Das Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea), oder: Was hat ein Pferdehuf mit einer kleinen Pflanze zu tun?

Bei uns wächst es zu Hunderten in der Frechener Rekultivierung. Bei unseren biologischen Führungen ist es daher sehr beliebt. Und auch wenn wir ab kommende Woche langsam wieder mit unserer Umweltbilung beginnen, gibt es noch die Onlineversion.

Die kleine pinkfarben blühende Pflanze, um die es heute geht, ist schon seit vielen hundert Jahren für die Menschen ein sehr wichtiges Arzneimittel. Es taucht in zahlreichen Kräuter- und Medizinbüchern des Mittelalters auf und soll als so genanntes „Bitterkraut“ gegen viele verschiedene Krankheiten von A wie Appetitlosigkeit bis V wie Verdauungsstörungen wirken.

Auch im alten Griechenland war es wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung bei den Ärzten bekannt. So soll in der Mythologie der Zentaur Cheiron, also ein Wesen halb Mensch halb Pferd (wie in den „Harry Potter“-Büchern) seinen verletzten Pferdehuf mit Tausendgüldenkraut geheilt und darüber den Gott der Heilkunst Asklepios unterrichtet haben. So heißt das Tausendgüldenkraut mit lateinischem Namen „Centaurium“ (Zentaur).

Aber warum tausend Gü(u)lden? Das kommt aus den Geschichten, die die normalen Leute sich über das Kraut erzählt haben. Danach war es so kostbar, dass es zunächst „Hundertgüldenkraut“ hieß: Lateinisch: Hundert = centum und Gold = aureus: CentAurium. Irgendwann wurde dann aus Hundert Tausend. Es gab auch einen Aberglauben: Ein Zweiglein Tausendgüldenkraut mittags gepflückt und in die Geldbörse gelegt sollte dazu führen, dass der Beutel niemals leer wird.

Ausprobieren sollte man dies nicht, denn das Tausendgüldenkraut ist heute streng geschützt und darf nicht gepflückt werden. Schade – wir wären reich, denn im rekultivierten Bereich der Quarzsandgrube, auf den kargen, leicht feuchten Flächen blüht es im Sommer zu Tausenden!

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