25 Jahre Provodin

Mut, Risikobereitschaft und unbändiger Wille – all das war gefragt, um nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den Jahren 1989/90 unser Projekt „Osteuropa“ starten zu können. Mit großem Erfolg! Dieses Jahr feiern wir neben dem 29. Jahrestag der Deutschen Einheit auch das 25-jährige Jubiläum des ersten Quarzwerke-Standortes in Osteuropa – das Quarzsandwerk Provodin in Tschechien.

Die Sande in Provodin gehen auf die vor etwa 100 Millionen Jahre entstandenen Ablagerungen in einem Flachmeer, der sogenannten Nordböhmischen Kreidesenke, zurück. Heute beliefert das Werk dank hoch moderner Aufbereitungstechnik die Glas-, Gießerei- und bauchemische Industrie.

Die ersten Jahre der Ost-West-Partnerschaft

1913 beginnt die Geschichte des Quarzsandabbaus im nordböhmischen Provodin mit der Gründung der „Ersten Nordböhmischen Glassand- und Sandsteinziegelwerke Wilhelm Schulz“. Unter planwirtschaftlicher Führung wird das Unternehmen 1946 verstaatlicht. Doch erst der Fall des Eisernen Vorhangs in den Wendejahren 1989/90 brachte Bewegung in den marode gewordenen Industriestandort.

Für die Quarzwerke war das allerdings nicht der erste Kontakt in den Ostblock. Bereits in den 1970er Jahren vertraten unsere Vertriebler das Unternehmen auf Industriemessen in Moskau, Brünn und Warschau. Auf den Leipziger Messen wurden zusätzlich Geschäfte mit der DDR abgewickelt. Direkten Kundenkontakt unterhielten wir dabei nur äußerst selten. Die Geschäfte wurden über die staatliche Handelsorganisation verhandelt.

Die neuen Möglichkeiten, die der Fall des Eisernen Vorhangs mit sich brachte waren dagegen enorm. Investoren aus dem Westen wurden händeringend gesucht. Diese sollten neben finanziellen Mitteln auch dringend notwendiges technisches Know-how mitbringen. Für die damaligen „Projekt Osteuropa“-Verantwortlichen bot sich die einmalige Chance, neue Markt- und Investitionsmöglichkeiten zu ergreifen. Da die Verhandlungen mit der Treuhandgesellschaft in Deutschland nur schleppend vorangingen, entschied man sich schnell auch in Mittel- und Osteuropa zu investieren.

Durchbruch in den Verhandlungen

1991 begannen schließlich zähe Verhandlungen mit dem Prager „Privatisierungsministerium“. Historisch bedingte Ressentiments gegenüber einem deutschen Investor mussten erst einmal überwunden werden und die Verhandlungen stockten. Hier sorgte Heinz Zünkler, damaliger Geschäftsführer, mit unnachahmlicher Manier für eine Entscheidung: Er verlasse das Gebäude erst, wenn der Vertrag unterschrieben sei! Diese Willenserklärung sorgte bei den zunächst skeptischen Tschechen für ein Umdenken. Ohne jegliche Garantien begann die Partnerschaft mit dem Werk in Provodin, zunächst mit einem Firmenanteil von 5%. Der Privatisierungsvertrag war unterschrieben.

In den Folgejahren wuchs der Anteil durch Kapitalerhöhungen und Investitionen, bis die Quarzwerke 1994 Mehrheitseigner des Werkes wurden. Bis 2005 wurden Investitionen mit einem Volumen von ca. 22 Millionen Euro getätigt sowie eine moderne Trockenanlage und eine Nassklassierung angeschafft. Dank des sehr guten Managements, das vor der Übernahme vor allem durch die planwirtschaftlichen Vorgaben in ihren Innovationsbestrebungen gebremst wurde, konnte auch die Krise der Gießereiindustrie überwunden werden.

Soziales Engagement in Provodin

Ganz im Sinne der Unternehmensphilosophie ist auch der Standort Provodin lokal sehr gut vernetzt und Teil der Gesellschaft. So unterhalten die Quarzwerke unter anderem eine Partnerschaft mit einer lokalen Grundschule und rüsteten diese mit einem EDV-Klassenraum aus. Die Kooperation mit dem Kinderchor Ceska Lipa brachte herausragende Erfolge bei internationalen Wettbewerben ein. Hinzu kommt die Unterstützung eines Eishockeyteams, einer Fußball- und Basketballmannschaft und die Gründung einer eigenen Bowlingmannschaft, die an Amateur-Wettkämpfen teilnimmt.

Dank des Mutes und der Risikobereitschaft der Unternehmensführung und der Unterstützung zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, können wir nun also das 25-jährige Jubiläum eines der modernsten Betriebe der Tschechischen Republik als Teil der Quarzwerke-Familie feiern!

Weitere Informationen finden Sie in Kürze auf der Webseite des Werks.

BD101974 Aufbereitungsanlagen Werk Provodin Ca. 1992 Bearbeitet
Aus der Luft erkennt man die Aufbereitungsanlagen von Provodin schon von Weitem.
S1 61 4 Grafik Provodin, Grußkarte Zum Neuen Jahr 1994

Diese Grafik des Werks Provodin wurde 1994 als Grußkarte zum Neuen Jahr versandt.

S1 F582 01 Alte Nassaufbereitung Und Neue Trockenaufbereitung In Provodin Sept. 1995 Bearbeitet

Die alte Nassaufbereitung und die neue Trockenaufbereitung in Provodin, 1995

S1 F481 10 Lagerstätte Und Werk Provodin Sept. Okt. 1998 Bearbeitet

1998 sahen Lagerstätte und Werk so aus.

BD101969 Werksgebäude Provodin 2005 Bearbeitet

Der Blick auf das Werksgebäude in Provodin, 2005

DCIM100GOPRO

Luftaufnahme des Werks mit den Halden, 2014

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